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Tacke selbst wurde per Gerichtsbeschluss von dem Vorwurf freigesprochen, Schäden
an Umwelt oder Grundwasser zu verursachen. Auf über 30.000 Quadratmeter Fläche
entsorgt er den Mist verschiedener Tiere über Wurmkompostierung. Kompostwürmer
fressen sich mit Vorliebe durch Pferdemist und verarbeiten ihn dabei zu hochwertigem
Humus. Der Mist wird dabei in Flachschichten von 30 cm Höhe angesetzt, je Quadratmeter
werden 1.000 Würmer eingesetzt.
Nach Abbau der ersten Schicht wächst der
Komposthaufen durch erneutes Aufbringen von frischem Mist in dünnen Schichten
langsam weiter – in einem Jahr auf etwa 80 bis 120 cm. Die Würmer siedeln immer
aus dem alten, bereits verarbeiteten Material in das frische über und verspeisen
pro Tag eine Menge, die ihrem eigenen Körpergewicht entspricht, also etwa zwei
Gramm. Pro Großpferd rechnet man mit einer Entsorgungsfl äche von 5 bis 6 Quadratmetern.
Nach einem Jahr wird neben der alten eine neue Miete angelegt, die Würmer siedeln
von selbst in den Haufen mit neuem Nahrungsangebot über. Ein Kübel mit 1.000 Würmern
ist bei Christoph Tacke für 19 Euro zu haben. (www.regenwurm.de).
„Am
besten funktioniert die Kompostierung mit reinen Pferdeäpfeln“, sagt Tacke. Strohmist
muss vorher wie beschrieben auf der Dunglege vorkompostiert werden. Manche Pferdehalter
kompostieren sogar mit Sägemehl-Mist. Je höher aber der Anteil von Stroh und Spänen,
desto größer ist die Gefahr der Austrocknung. Tacke empfi ehlt in solchen Fällen
eine größere Wurmart (Dendrobaena statt Eisenia), den Einsatz von Rotte-Substrat
und das regelmäßige Aufschichten von Obst- und Gemüseresten. Das stimuliert die
Kleinstlebenwesen, welche wiederum als Futter für die Würmer dienen. Den Bodenlebewesen-Besatz
könne man auch durch das Untermengen von Erde erhöhen.
„Ich rate den Leuten
allerdings von Experimenten ab, wenn sie keinen grünen Daumen haben“, sagt der
Wurmzüchter. „Man braucht schon praktische Erfahrung und einen Mikroorganismen
brauchen zum Leben 40 bis 60 % Wasser im Material. Bei Wassermangel kapseln sie
sich ein und es bildet sich Schimmel. Bei zu hoher Feuchtigkeit durch Niederschlag
tritt Sauerstoffmangel auf und es kommt zu Fäulnisprozessen. Ob der Feuchtigkeitsgehalt
stimmt, sehen Sie, wenn sie aus einer Tiefe von 30 cm eine Materialprobe nehmen
und diese zusammendrücken. Tritt dabei Flüssigkeit aus, ist sie zu feucht; zerfällt
sie wieder, ist sie zu trocken. Optimal wäre, wenn das Material in Ihrer Hand
einen festen Ballen bildet.
Pferdemist benötigt etwa drei Monate, bis
er zu Kompost verrottet ist. In diesem Stadium hat er die größte Düngewirkung.
Bleibt er noch länger liegen, wird er zu einem sehr stabilen, reifen Dauerhumus.
Sägespäne-Mist verrottet viel langsamer: In der Regel kann man von 12 Monaten
ausgehen.
Wer keinen Platz für die Mietenkompostierung hat, dem bleibt
nur, sich um eine Entsorgung des Mistes durch privatwirtschaftliche Unternehmen
zu kümmern. Der Mist wird dann gesammelt und regelmäßig zur Kompostieranlage gebracht
– natürlich nur gegen Bezahlung. Eine Alternative ist für solche Betriebe die
Anschaffung einer Schnellkompostieranlage. Darin wird der Rotteprozess durch ideale
Bedingungen auf nur zehn bis 15 Stunden beschleunigt. Der Mist wird vollautomatisch
zerkleinert, gemischt, gewälzt und belüftet. Die Anschaffungskosten rentieren
sich jedoch erst ab einer Betriebsgröße von etwa 30 Pferden.
Erstellung
von Dunglegen für strohreichen Pferdemist (Richtlinien vom Ministerium
für Ernährung u. Ländlichen Raum Baden-Württemberg)
Festmist, insbesondere
auch Pferdemist, ist nach den wasser- und baurechtlichen Vorschriften grundsätzlich
auf ordnungsgemäß erstellten Festmistlagern so zu lagern, dass eine Verunreinigung
der Gewässer oder eine sonstige nachteilige Veränderung ihrer Eigenschaft nicht
zu besorgen ist. Die Lagerkapazität dieser Dunglegen muss auf die Belange des
jeweiligen Betriebes und des Gewässerschutzes abgestimmt sein. Hierbei ist eine
mindestens sechsmonatige Stapelzeit zugrunde zu legen.
Bemessung der Dunglege:
(Dungplatte m²/Pferd bei einer Stapelhöhe von) 2,0 m (Stapelhöhe) = 3,0 m²/Pferd
2,5 m (Stapelhöhe) = 2,4 m²/Pferd Bei ordnungsgemäßer Ausführung kann auf eine
Jauchegrube verzichtet werden.
Bauausführung (ohne Jauchegrube): Die
Dunglegen müssen wasserdicht und gegen Versickern geschützt sein: Sie dürfen keine
Verbindung zu Abwasseranlagen (Schächten) und keinen Aus- oder Überlauf haben.
Die Böden und Wände der Dunglegen bis zu einer Mindesthöhe von 0,35 Metern müssen
wasserdicht sein. Die Gesamthöhe der Wände orientiert sich an der Stapelhöhe des
Mistes. Für den wasserundurchlässigen Teil ist Beton nach DIN 1045 zu verwenden.
Eine dreiseitig umschlossene Dunglege ist als zweckmäßig anzusehen, wenn zwischen
der offenen, ebenerdigen Seite und der gegenüberliegenden (Stapel-)Wand ein Höhenunterschied
von mindestens 0,35 Metern bei nach innen gerichtetem Gefälle angelegt wird, so
dass keine Flüssigkeit nach außen abfl ießen kann. An der offenen Seite ist ein
Sicherheitsabstand vom Rand von mindestens 1 m einzuhalten. Vor der Dunglege ist
eine befestigte Rangierfl äche (Umschlagfl äche für den Festmist) mit Gefälle
weg von der Dunglege einzurichten.
Die Erstellung der Dunglege bedarf
einer Baugenehmigung. Hierzu sind folgende Unterlagen erforderlich:
Lageplan: Maßstab 1:500 Bauzeichnung: Maßstab 1:100 Baubeschreibung
mit Angaben des Erstellers der Dunglege Größennachweis Der Bauantrag
ist dreifach bei der Gemeinde einzureichen
Bei Fragen zum Bau und zu Fördermöglichkeiten
von Dunglegen informiert Sie Ihr Amt für Landwirtschaft.
Quelle:
Regina Käsmayr für
westernreiter (EWU)
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Petra Roth-Leckebusch für den Bereich Zucht. Zum
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